Kübra Gümüsay zeigt in ihrem analytischen, essayistischen Werk „Sprache und Sein“ auf, wie mächtig unsere Sprache ist, wie sie unser Denken prägt, unsere Politik bestimmt und Konstrukte, Kategorien, letztendlich Käfige erschafft. Es lässt uns Sprache als einen Ort denken, „ein Museum“ und hebt hervor, dass nur manchen unserer Gesellschaft das Privileg der Individualität zuteil wird, wirklich sich selbst zu sein, während anderen das Sprechen nicht als Individuum, sondern nur als Teil einer Gruppe erlaubt ist.

„Dieses Buch folgt einer Sehnsucht: nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert. Nach einem Sprechen, das sie in ihrem Facettenreichtum existieren lässt.“ Der Sehnsucht des freien Sprechens, „doch wie können Menschen wirklich als Menschen sprechen“, wann können wir aufhören, uns mit den Augen anderer zu sehen, wann können wir frei sein? Mit poetischer und doch politischer Wortgewandtheit lädt Gümüsay zur Schaffung einer neuen Sprache, einer feministischen, anti-rassistischen, inkludierenden Art der Kommunikation ein, welche unser gesamtgesellschaftlicher Diskurs mitnichten benötigt.

Das Buch schaffte es 2020 auf die Shortlist des wbg-Buchpreises für Geisteswissenschaften.