In Weißrussland herrscht schon länger Aufruhe. Seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1994 herrscht Alexander Lukaschenko in Weißrussland als de facto Diktator. In den letzten Monaten lehnte sich das weißrussische Volk immer wieder gegen Diktator auf und es kam so zu großen Unruhen in Minsk und im Rest Weißrusslands. Nun wurde ein Flugzeug der Fluggesellschaft Ryanair am 23. Mai über dem weißrussischen Luftraum von den Weißrussen „entführt“. In diesem Flugzeug, welches von Athen nach Vilnius flog, saß der Regierungskritiker Roman Protasewitsch, der in Weißrussland nun festgenommen wurde. Nun haben die USA und die EU begonnen, Sanktionen gegen Weißrussland zu verhängen. Doch wieviel bringt das wirklich? Wird es den gewollten Effekt nach sich ziehen? Wird dies die weißrussische Beziehung zu Russland stärken? Diese Fragen werden in absehbarer Zeit beantwortet werden, doch es zeigen sich schon verfrühte Antworten darauf. Am 28. Mai reiste Lukaschenko nach Russland zum Kremlchef Wladimir Putin, um sich über den Druck des Westens zu beklagen. Putin sagte diesem seine Unterstützung zu. Was das für Weißrussland heißt? Litauens Außenminister befürchtet das Schlimmste. Laut ihm stehe eine Annexion Weißrussland durch Russland bevor. Lukaschenko versucht, so lauten die Vermutungen des Politikers, gerade die Verfassung dahingehend zu verändern. Das erinnert stark an die Periode vor der Krim-Annexion.